Kunsthandwerkliche Textilgestaltung

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Soziale Projekte - Afrika

Nordafrika (Ägypten)
Westafrika (Ghana)
Ostafrika (Kenia)
Südafrika (Namibia, Südafrika)



AFRIKA/NORD-

Ägypten (Sinai, Katharinenkloster) - FanSina
Link: FanSina
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Das Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es wird seit dem 15. Jahrhundert von Beduinen betreut, die zum Jebeliya-Stamm gehören, einem von sechs Beduinenstämmen im südlichen Sinai. Im Ort befindet sich der Showroom von FanSina, dem mittlerweile rund 350 produzierende Beduinenfrauen aus mehreren Stämmen angehören. Die Initiative wurde 1997 als Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Union und der ägyptischen Regierung gestartet. Man wollte zur Erhaltung des textilen Kunsthandwerks der Beduinenfrauen beitragen und ihnen Einnahmen ermöglichen. Hergestellt und fair gehandelt werden unter anderem Taschen, Decken und Kissenbezüge.



AFRIKA/WEST-

Ghana (Bolgatanga, Kumasi) - AAKS
Link: AAKS
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Eine Frauenkooperative in Bolgatanga im Norden Ghanas fertigt aus Raffia, einer Faser aus Palmblättern, natürlich gefärbte Flechtarbeiten, aus denen dann in Kumasi Taschen produziert werden. Designerin ist Akosua Afriyie-Kumi aus Ghana.



AFRIKA/OST-

Kenia (Tiwi) - Asante
Link: Asante
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1998 bauten sich Christine Rottland und ihr Mann ein Haus in Kenia, um nach der Pensionierung einige Monate im Jahr dem deutschen Winter zu entfliehen. In ihrem Umfeld in Tiwi am Indischen Ozean, 20 km südlich von Mombasa, sind die meisten Bewohner Analphabeten, von denen viele unter der Armutsgrenze leben. 2003 gründeten sie in Bayreuth (Bayern, Deutschland) den Verein "Asante" - was in der Landessprache Suaheli "Danke" bedeutet. Er engagiert sich mit Schul- und Frauenprojekten sowie der Unterstützung von Waisenkindern. "Engel für Afrika" ist ein Selbsthilfeprojekt vor allem für alleinerziehende Mütter. Die Frauen häkeln kleine Engel, die als Glücksbringer mit ihrem Erlös zur Finanzierung der Projekte beitragen.



AFRIKA/SÜD-

Namibia (Windhoek) - Casa Anin
Link: Casa Anin
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1987 traf sich erstmals eine Gruppe von Stickerinnen in Hoachanas, am Rande der Kalahari in Namibia. Heidi von Hase, die auf einer Farm in der Nachbarschaft lebte, wollte die Stickkunst für die in Armut lebenden Frauen als Einnahmequelle nutzen. Missionare hatten die Sticktechniken zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeführt. Neben Szenen aus dem Dorfleben waren zunächst Vögel das wichtigstes Motiv - was der Gruppe auch ihren Namen gab, denn "anin" bedeutet in der Landessprache "viele Vögel". Inzwischen ist die Hauptstadt Windhoek Standort von Casa Anin. Neben bestickter und bedruckter Leinenwäsche werden Textilien für Krankenhäuser produziert.

Südafrika (Napier) - Tambani
Link: Tambani
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Tambani wurde von der Südafrikanerin Dr. Ina le Roux gegründet, die sich zunächst als Dozentin mit Überlieferungen des Venda-Stammes im Norden Südafrikas an der Grenze zu Simbabwe befasst hatte. In der kargen, trockenen Region wollte sie eine Einnahmequelle für die überwiegend alleine lebenden Frauen schaffen, deren Männer auswärts arbeiten und nur selten zu Besuch sind. Die Frauen begannen, zunächst ohne Kenntnisse und Tradition, einzelne Szenen ihrer Geschichten zu sticken. Mittlerweile werden Vorlagen mit Darstellungen aus dem täglichen Leben und Tieren mit Siebdruck auf Stoffe gedruckt und anschließend von den Frauen bestickt. Die Farben dafür wählen sie selbst. Jeder Block, der später verkauft wird, trägt die Initialen der Stickerin.

Südafrika (Winterveld) - Mapula
Link: Mapula
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Der Name bedeutet soviel wie "Mutter des Regens" und nimmt damit Bezug auf zwei wichtige Elemente südafrikanischer Kultur: die Mutter und den Regen. Die Gruppe wurde 1991 in Winterveld nahe Pretoria gegründet. Etwa achtzig Frauen verdienen da ihren Lebensunterhalt mit Stickereien.

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Christine Ober · Kulturbüro, Textilgestaltung, Verlag · www.co-verlag.de, www.faden-design.de